Beerenobst Rhön-Vogelsberg

Startseite
Beerenobst-Shop
Geschenkideen
Rezepte
Qualität
Wissenswertes
Presse
Kontakt



Marktkorb am Sonntag - 19.09.2010
HOLUNDER UND SCHWARZE JOHANNISBEEREN IM TREND
Beerenobstgemeinschaft Rhön-Vogelsberg setzt auf gesunde Produkte aus der Region

bild
Hosenfeld-Schletzenhausen. Von geringen Schwankungen abgesehen ist der Haupt-Erntemonat beim Holunder der September; zumindest gilt dies in unserer Mittelgebirgsregion. Wenn die schwarzen Früchte voll ausgereift sind, herrscht Hochbetrieb in den Mitgliedsbetrieben der Beerenobstgemeinschaft Rhön-Vogelsberg. Denn die Dolden mit den Holunderbeeren werden in Handarbeit von den Sträuchern geschnitten. In diesem Jahr erwartet man einen durchschnittlichen Ertrag. Der Blütenansatz im Frühjahr war gut, dann machte den Beeren die Trockenheit im Sommer zu schaffen.
Mittlerweile ist die Holunderanbaufläche der acht Betriebe, die sich 1989 zur Beerenobstgemeinschaft Rhön-Vogelsberg zusammengeschlossen haben, auf knapp 50 Hektar angewachsen. Auch werden auf rund 30 Hektar Schwarze Johannisbeeren und im geringen Umfang Quitten angebaut. Während der Anbau und die Verarbeitung von Holunder komplett biologisch ablaufen, werden auf den Feldern sowohl biologisch als auch konventionell angebaute Johannisbeeren geerntet. Die Mitgliedsbetriebe verkaufen das Erntegut an die Beerenobstgemeinschaft und vermarkten die daraus gewonnenen Erzeugnisse gemeinsam. Daneben bestehen Lieferverträge mit weiteren Betrieben. Die Veredlung der Früchte zu Säften, Sirup, Weinen und Likören erfolgt in der Kelterei ElminFlieden und in der Schlitzer Kornbrennerei.Am Beginn stand der Preisverfall auf dem EU-Agrarmarkt. Man suchte nach Alternativen, fand diese im Beerenobstanbau und ging dabei ein nicht unerhebliches unternehmerisches Risiko ein, das sich inzwischen ausgezahlt hat. Holunder und Schwarze Johannisbeeren liegen aufgrund ihres gesundheitlichen Werts im Trend. Auch achten Verbraucher gezielt auf die regionale Herkunft. Besonders beliebt sind Holunderblütensirup, Johannisbeer- und Holunder-Muttersaft sowie, vor allem in der kälteren Jahreszeit, Johannisfeuer. Manchmal kommen bei der Beerenobstgemeinschaft, die ein gelungenes Beispiel für erfolgreiche Direktvermarktung im Haupt- und Nebenerwerb darstellt, auch glückliche Umstände hinzu, so als Marianne und Manfred Münker aus Schletzenhausen bei einem Urlaub an der slowenischen Grenze Holunderblütensaft wiederentdeckten. Heute führt die Beerenobstgemeinschaft 27 verschiedene Produkte in ihrem Sortiment, davon dreizehn Bioerzeugnisse, und hat eine ganze Reihe von neuen Getränkesorten und Geschmacksrichtungen kreiert. Sie beliefert 160 Verkaufsstellen in Hessen und in den angrenzenden Bundesländern, wobei es sich zumeist um Bauern- oder Hofläden handelt. Zudem ist die Beerenobstgemeinschaft seit 2005 als Landmarkt-Betrieb zertifiziert, was die regionale Herkunft garantiert und den Zugang zu großen Lebensmittelketten erleichtert. Auch in Zukunft hofft Geschäftsführerin Marianne Münker, vom gestiegenen Gesundheits- und Qualitätsbewusstsein sowie der Nachfrage nach regionalen Produkten profitieren zu können. Gerne würde man weitere standortgeeignete Früchte wie Stachelbeeren ausprobieren, bislang scheitert dies aber an der schwierigen Ernte. Und die ist schon beim Holunder mühselig.

Marktkorb am Sonntag - 16.08.2007
Und Holunder schmeckt doch
Die Mischung macht's: Die Beerenobstgemeinschaft Rhön-Vogelsberg bietet eine enorme Saftvielfalt an. Von Caroline Schreiner

bild
Hosenfeld. „Bei Grippe, Husten, Heiserkeit, halt stets Holundersaft bereit.“ Diese alte Volksweisheit haben sich auch Marianne Münker und ihr Mann Manfred auf die Fahnen geschrieben. Seit 1989 bauen sie gemeinsam mit sieben anderen landwirtschaftlichen Betrieben Holunderbeeren und schwarze Johannisbeeren in der Beerenobstgemeinschaft Rhön-Vogelsberg an und vertreiben mittlerweile 27 Produkte erfolgreich in Hessen und an Bundesländern.
„Ich gebe ja zu, dass reiner Holundersaft kein echtes Highlight für die Geschmacksnerven ist. Aber der Saft ist enorm gesund, und man kann ihn ja auch mischen“, erklärt Marianna Münker, beispielsweise mit Apfelsaft, im Sortiment der Beerenobstgemeinschaft auch als die Saftkomposition „Apfel-Flieder“ erhältlich. Ihr Mann ergänzt grinsend: „Ich trinke ehrlich gesagt lieber den Nektar oder mische den Holunder-Muttersaft zur Hälfte mit Johannisbeer-Muttersaft.“
Dass ihr Zusammenschluss einmal so erfolgreich sein würde, hätten sich die Mitglieder der Beerenobstgemeinschaft Ende der 80er Jahre so nicht erträumt. „Damals war die Landwirtschaft im Umbruch, die Preise sanken, und wir mussten uns nach Alternativen umsehen. Und so entstand nach und nach die Idee, Beeren anzubauen -ursprünglich gedacht als natürlicher Farbstoff für die Lebensmittelindustrie. Die Idee der Direktvennarktung war da noch nicht geboren“, erzählt Marianne Münker, neben Hermann Weismüller und Herbert Hütsch Geschäftsführerin der Gemeinschaft.
bild
Schnell musste die Truppe, deren Mitglieder quer über den Landkreis verteilt sind, jedoch umdenken. „Der Industrie waren unsere Kosten zu hoch, und hatten eine erste Ernte von 50 Tonnen.“ Was also tun? Die Beerenobstgemeinschaft wandte sich an die Kelterei Elm in Flieden, damals auch im Aufbau begriffen und laut Ehepaar Münker an Innovationen interessiert. Aus 30 Tonnen Beeren entstanden die ersten fünf Produkte zur Direktvermarktung: Johannisbeer- und Holunder-Muttersaft sowie die drei Weine mild, trocken, Dessert. Die restlichen 20 Tonnen Rohware wurden an die Kelterei Elm verkauft. „Und dann haben wir mit einer regelrechten Öffentlichkeitsarbeit begonnen. Wir organisierten ein Hoffest in Maberzell mit einer großen Pressekonferenz, richteten Verkaufsstellen auf unseren Höfen sowie in Getränkeläden, Lebensmittelläden und in Apotheken ein“, erzählt die 52-jährige gelernte Industriekauffrau und fügt hinzu: „Zudem sind wir auf zahlreiche Märkte gefahren und haben uns mit dem Johannisfeuer auf dem Fuldaer Weihnachtsmarkt etabliert. Das war und ist ein großer Werbeträger für uns.“
Zum Holunder Holunder (Sambucus nigra) wird im Volksmund auch Holler, Holder und Flieder genannt. Die Germanen verehrten im Holunder die im Märchen als Frau Holle überlieferte Unterweltgöttin Hel, Hüterin von Pflanzen und Tieren. Als Hausbaum wurde (und wird) der Holunder gegen böse Geister und Blitzschlag gepflanzt. Mit seinen reifen Beeren wurden Haare, Leder und Wein gefärbt. Und selbst wer an nichts weiter als an Gesundheit und gutes Essen glaubt, hat vom Hollerbusch seinen Nutzen. Holunder ist eines der bekanntesten Volksheilmittel, stärkt das Immunsystem, senkt Fieber, reguliert den Darm, reinigt das Blut, lindert Schmerzen und Erkältungssymptome. Sein hoher Mineralstoff-und Vitamin-C-Gehalt gilt als Vorbeugung gegen Herzinfarkt. Und geradezu legendär sind die vom Blütenaufguss verursachten Schwitzkuren: „Fliedertee“ heißt dieses Gebräu noch immer. Denn Flieder hieß diese Pflanze lange bevor der Name auf den duftenden Zierstrauch überging.
Mittlerweile bewirtschaftet die Beerenobstgemeinschaft eine Fläche von 25 Hektar mit Johannisbeersträuchern und 28 Hektar mit Holunderbüschen, erntet etwa 210 Tonnen Beeren und beliefert 15O Verkaufsstellen. Weitere Hektar mit Holunder sollen in den nächsten Jahren folgen. Außerdem soll bis zum Jahr 2009 der komplette Holunder-Anbau und die Verarbeitung biologisch ablaufen - momentan laufen die Vorbereitungen für die Zertifizierung. Bislang arbeiten in der Gemeinschaft nur drei der acht Betriebe rein biologisch. Diese Beeren werden nach Auskunft von Manfred Münker jedoch getrennt von den anderen geerntet, gepresst und gelagert.
Dass den Münkers ihre Arbeit große Freude bereitet, merkt man besonders dann, wenn sie über die Entwicklung ihrer Produkte sprechen. Vor allen Dingen Marianne Münker ist das Kreieren von neuen Kompositionen ein Herzensanliegen. Die passionierte Jägerin erzählt: „Auf die Idee, aus Hollerblüten Getränke herzustellen, kamen wir vor Jahren im Urlaub in der Steiermark. Dort gab es überall Hollerblütensirup zu trinken. Gemeinsam mit Harald Elm haben wir dann später experimentiert, und unsere Ergebnisse können sich sehen lassen: Holunderblüten-Sirup, -Likör, -Sekt und sogar einen Cocktail namens SambuKuss.“
Eines der Hauptanliegen der Beerenobstgemeinschaft, den Holunder wieder stärker ins Bewusstsein der Konsumenten zu rücken, ist ihnen auf jeden Fall gelungen. Holunderblüten und -beeren sind in aller Munde. „Es bereitet uns richtig Freude, welch großartige Renaissance diese Früchte erfahren haben.“